Citytrip St. Petersburg
Citytrips Travel

Citytrip St. Petersburg

Okt 01, 2017 2 Comments

Russland stand bis vor ein paar Monaten überhaupt nicht auf meiner Reiseliste. Das änderte sich als bekannt wurde, dass unser diesjähriger Betriebsausflug nach St. Petersburg führen sollte. In diesem Beitrag findet ihr alles, was ich in knapp 3 Tagen erlebt habe, was ich gerne noch gesehen hätte und meine ganz persönlichen Eindrücke zu Land und Leuten.

Eigentlich bin ich ja kein Fan von geführten Gruppenreisen. Die einzige Ausnahme gibt es für mich einmal jährlich. Das liegt 1. daran, dass die Betriebsausflüge immer top organisiert sind, 2. kenne ich einen Großteil meiner Reisegruppe und 3. (und nicht unwesentlich) werden sie intern gefördert. Da ich daher einen Pauschalpreis gezahlt hab, kann ich zu den Kosten für Flug und Unterkunft leider keine Auskunft geben. Nichtsdestotrotz kann ich sagen, dass St. Peterburg auch für Individualtouristen geeignet ist.

Reiseführer St. Petersburg Reise KnowHow

 

Anreise

Wir sind mit Austrian direkt von Wien nach St. Petersburg geflogen. Die Flugzeit beträgt 2,5 Stunden – ist also gar nicht schlimm.

Vorab muss ein Visum beantragt werden. Bei Gruppenreisen wird das vom Reisebüro organisiert. Individualtouristen brauchen für die Antragstellung einen Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Reisedatum hinaus gültig ist, ein maximal 6 Monate altes Passfoto, einen aktuellen Einkommens- oder Vermögensnachweis sowie eine Auslandsreise-Krankenversicherung.

Bei der Anreise wird das ausgestellte Visum kontrolliert und ein kleiner weißer Zettel als Bestätigung ausgestellt. Diesen muss man unbedingt gut aufbewahren! Er wird bei der Ausreise wieder benötigt.

Flugzeug über den Wolken

St. Petersburg Palast

St. Petersburg Eckgebäude

St. Petersburg Schlossplatz

St. Petersburg Statue

St. Petersburg Blaue Stunde

St. Petersburg Melly

 

Unterkunft

Nach einer kurzen Stadtrundfahrt mit dem Reisebus, ging es dann für uns ins Hotel Dostoevsky****.  Es liegt sehr zentral, nur 5 Gehminuten von der Hauptstraße, dem Newski-Prospekt entfernt.

Von außen sieht es eher klein aus, doch dieser Schein trügt. Die endlosen Gänge haben auf 7 Stockwerke verteilt gefühlte 500 Zimmer. Ich teilte meines mit einer lieben Kollegin, somit waren die zwei Einzelbetten genau richtig.

Das Zimmer war sauber und praktikabel eingerichtet. Dennoch hat sich schnell gezeigt, dass 4-Sterne in der Landeskategorie natürlich nicht dem Standard in Österreich entsprechen.

Hotel Dostoevsky Zimmer

Das zog sich leider vor allem beim Frühstück weiter durch. Was auf den ersten Blick vielversprechend scheint, ist von der Qualität her leider nicht das sprichwörtlich Gelbe vom Ei. Da bin ich als Frühstücksliebhaberin natürlich leider kritisch. Wir hielten uns dann an Toast mit hartem Ei – auch was Feines 😉

Dafür funktionierte das WLAN bei mir einwandfrei. Ich musste lediglich einmal zur Rezeption, da mein Zugang für einen Tag zu kurz freigegeben wurde.

 

Sightseeing

Eremitage/Winterpalast

Der Winterpalast war von 1732 bis 1917 die offizielle Residenz der russischen Zaren. Die mintgrüne Fassadenfront des barocken Palastes erstreckt sich über 250m. Im inneren wartet ein Labyrinth von 1.500 Sälen und 2 Millionen Exponaten. Seit 1917 ist der Palast staatliches Museum – der Eremitage.

Die beeindruckende und prunkvolle Architektur ist schon für sich ein Meisterwerk. Die Ausstellungsstücke tun ihr übriges.

Eremitage Winterpalast

Eremitage Thron

Eremitage Luster

Eremitage Bilderwand

Eremitage Prunkdecke

 

Peter-Paul Festung

Die Festung auf der kleinen Haseninsel ist Petersburgs Geburtsort. Einst sollte sie die geplante Stadt vor möglichen schwedischen Angriffen schützen. Heute ist die weitläufige Anlage ein Ruhepol im städtischen Treiben.

Die Festung wurde nach ihrer Fertigstellung 1740 bald zum Gefängnis umfunktioniert.

Peter-Paul Festung

Herausragende Sehenswürdigkeit der Anlage ist die Peter-Paul-Kathedrale mit ihrem 122m hohen Glockenturm. Im Inneren befindet sich die Ruhestätte fast aller Zaren.

Peter-Paul Kathedrale

 

Schifffahrt auf den Kanälen

St. Petersburg wird auch als Venedig des Ostens bezeichnet. Nicht ohne Grund, denn die zahlreichen Kanäle und Brücken erinnern tatsächlich an die Lagunenstadt. Es war deshalb naheliegend eine ca. einstündige Schifffahrt zu machen, um viele Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus zu besichtigen.

Ein Teil der Brücken wird übrigens nachts hochgeklappt, um die Durchfahrt von größeren Frachtschiffen zu ermöglichen. Da heißt es pünktlich auf der richtigen Seite des Ufers stehen 😉

Schifffahrt St. Petersburg

Schifffahrt St. Petersburg Brücke

St. Petersburg Kanal abends

 

Peterhof

Peterhof – das „russische Versailles“ – ist die älteste der außerhalb Petersburg gelegenen Zarenresidenzen. Die Anlage liegt malerisch direkt am Finnischen Meerbusen und umfasst neben dem riesigen Palast auch einen weitläufigen Park. Hier kann man locker mehrere Stunden verbringen.

Peterhof Palast

Peterhof Blick zum Meer

Peterhof Kaskade

Peterhof Brunnen

Peterhof Orangerie

Peterhof Brunnen Orangerie

Peterhof Finnischer Meerbusen

 

Puschkin / Katharinenpalast

Das 25 km südlich von Petersburg gelegene „Zarendorf“ (Übersetzung) bietet mit dem Katharinenpalast architektonischen Prunk par excellence. Die über 300 m messende barocke Fassadenfront übertrifft selbst den Winterpalast. Highlight sind der gewaltige Große Saal und das rekonstruierte Bernsteinzimmer (Fotografieren verboten).

KIatharinenhof

Katharinenpalast Kathedrale

Katharinenpalast Eingang

Katharinenpalast Park

 

Essen gehen

Am ersten und am dritten Abend hat es uns ins Restaurant Dve palochki verschlagen, weil es nicht weit entfernt vom Hotel gelegen ist. Noch dazu war es wirklich wirklich gut! Einheimische Küche ist zwar etwas anderes – hier gibt es Asian Fusion – aber Preis und Leistung haben echt übezeugt.

Dve palochki

Dve palochki Sushi Karte

Dve palochki sia Karte

Dve palochki Spring Rolls

Dve palochki Udon Noodles

Dve palochki Pecan Cake

 

In der kurzen Pause zwischen Eremitage und Peter-Paul Festung kehrten wir im Café Biblioteka ein. Wirklich stylish, gemütlich und gut. Dort haben wir zum ersten Mal festgestellt, dass Süßspeisen tatsächlich sehr süß sind 😉 Nach der Torte mussten sofort noch Pommes bestellt werden.

Cafe Biblioteka St. Petersburg

Cafe Biblioteka St. Petersburg 2

Cafe Biblioteka Getränkekarte

Cafe Biblioteka Cafe Latte

 

Snickers Cake

 

Am zweiten Abend gibt es traditionell ein gemeinsames Essen der gesamten Reisetruppe. Dieses führte uns ins Restaurant Tarkhun. Wir ließen uns ein georgisches 3-Gänge Menü gut schmecken

Tarkhun Melanzzani

Tarkhun scharfe Suppe

Tarkhun Entenbrust

Tarkhun Chicken Curry

Tarkhun Schokotorte

 

Was sonst noch in ist

Da leider immer zu wenig Zeit ist, um alles zu sehen, gibt es ein paar Sehenswürdigkeiten, die auf meiner Liste leider übrig geblieben sind. Sie sind aber definitiv einen Besuch wert!

Isaakskathedrale

Die mit Abstand größte Kathedrale der Stadt erinnert mit ihrer kolossalen Kuppel an den römischen Petersdom. Für mich ist sich die Besichtigung der Isaakskathedrale leider nicht ausgegangen, meine Kollegen schwärmten jedoch vom eindrucksvollen Innenleben der Kathedrale.

Isaakskathedrale

 

Bluterlöserkirche

Die bunten verspielten Zwiebeltürme der Bluterlöserkirche sind schon von weitem sichtbar. Die orthodoxe Kirche ist wohl das „russischste“ Baudenkmal der Stadt. In ihrem Inneren befindet sich heute ein Museum.

Blutskirche

 

Zum Abschluss noch ein paar persönliche Eindrücke

Menschen: Ich hatte vor meiner Reise schon großen Respekt vor den Russen – und ich hatte Recht damit 😉 Bis auf einige wenige Ausnahmen strahlen sie – für mich persönlich – etwas einschüchterndes aus. In Lokalen und auch im Hotel war die Bedienung in Ordnung. In Museen und am Flughafen war vor allem das Securitypersonal sehr strikt und streng. Ein Lächeln war eher selten zu sehen…

Zusätzlich ist es natürlich wie in jeder Weltstadt: es gibt viel zu viele Touristen! In unserem Fall sind vor allem asiatische Reisegruppen unangenehm aufgefallen. Ob das ganze unter der Woche besser ist als am Wochenende, wage ich aber leider zu bezweifeln. Starke Nerven mitbringen!

WLAN: Für mich als kleine “Online-Abhängige” besonders bitter: es gab kaum Möglichkeiten sich mit dem WLAN zu verbinden! Entweder es gab keines oder man brauchte eine russische Nummer, um sich verbinden zu können. Im Hotel hat es dafür bei mir sehr gut funktioniert.

Geschäfte und Lokale : Sehr positiv überrascht hat mich das Angebot an internationalen Geschäften und stylischen Lokalen. Auch bei den Öffnungszeiten sind uns die St. Petersburger etwas voraus: die Geschäfte schließen um 22 Uhr und haben auch sonntags teilweise geöffnet. Dem Shoppingvergnügen steht also kaum etwas im Weg.

Museen: Wie oben schon erwähnt, ist das Securitypersonal sehr streng. Es ist in keinen Museen oder Palästen erlaubt Rucksäcke oder dicke Jacken mitzunehmen. Sie können allerdings gratis an einer Garderobe abgegeben werden. Einmal haben wir leider erlebt, dass eine Kollegin willkürlich ausgewählt wurde und ihren Damenrucksack abgeben musste, der sonst als okay gegolten hat und kleiner war als eine große Handtasche (wie meiner zB). Da heißt es “keine Diskussion” und wieder zurück zur Garderobe.

Wetter: Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, was eindeutig als Ausnahme gilt! Deshalb sind Schirm und Zwiebellook für alle St. Petersburg Besucher ein Muss.

 

Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte nach St. Petersburg zu fahren und bin gespannt auf eure Erfahrungen!

 

Steht St. Petersburg auf eurer Reiseliste ?

Oder seid ihr selbst schon dort gewesen und habt Ergänzungen zu meinen Tipps ?

 

 

Citytrip St. Petersburg_Titelbild

 

 

Das könnte dir gefallen

2 Comments

  1. Sehr schöner Reisebericht Melly! In der nächsten Mitarbeiterzeitung gibts auch ein paar Impressionen von St. Petersburg. Es wäre cool, wenn ich da auf deinen Blog verlinken darf. Liebe Grüße Sandra

    1. melanie.bukovski@gmx.at

      Liebe Sandra! Danke für das tolle Lob und das Angebot – das wäre natürlich total großartig, wenn es einen Link zum Blog geben würde 🙂 Danke dir!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.